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Verdi-Vorsitzender zur Energiewende, in "Einblick" Nr. 8/2015:



Wie eine Gewerkschaft den Berater fuer alternatives  Energie-
wendegeschaeft macht
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Ausgehend von unten abgedrucktem Originalartikel von Verdi-Chef Bsirske zur deutschen 
Energiewende koennte einem nicht zum ersten Mal auffallen, wie sich eine deutsche Ge-
werkschaft von Arbeiter- und Angestelltenbelangen emanzipiert und den Standpunkt des
Politikgeschaefts einnimmt.


Politik und Strommarkt befinden Gas- und Steinkohlekraftwerke fuer unwirtschaftlich (zu
geringe "Grenzkosten"). Verdi mischt sich als Berater fuer das (alternative) Gelingen der
Energiewende ein:

Genannte Kraftwerke wuerden uebergangsweise oder bleibend ergaenzend zu Windkraft-
anlagen benoetigt, wenn letztere wetterabhaengig keinen Strom liefern koennten.
Was soll hier die Alternative sein? Als Bestandteil nationaler "Versorgungssicherheit" sind
erstere von Staatsseite laengst eingeplant. Statt anteilig zu 25 Prozent, wie es Verdi
fordert, sollen sie von Staats wegen nur noch zu 16 Prozent betrieben werden. - Arbei-
terinteressenvertretung geht anders, als sich die Sorgen nationaler Energieversorgung
zu machen.

Die Politik foerdere KWK-Kraftwerke nur bis 14 Cent, Verdi ist fuer mehr, sodass der 
Kunde ueber Strompreis dafuer aufzukommen hat. Fuer Verdi ist es selbstverstaendlich,
dass die Kunden die Zeche fuer die Energiewende zu zahlen haben - und gaukelt diesen
den angeblichen Vorteil vor, dass sie fuer Foerderung von Windanlagen mehr Kosten zu
tragen haetten. Wieder eine dieser erlogenen grossartigen Alternativen!

Wirtschaftsminister plant "Strafzoll" fuer Braunkohlekraftwerke, aelter als 20 Jahre, um
deren Betrieb zurueckzufahren und Klimaschutzziele zu erreichen. Verdi befuerchtet
im Gefolge dessen massiven Stellenabbau. - Dies ist der bezeichnende Fehler, statt das
Geschaeft und dessen Kalkulationen mit der Arbeitskraft zu kritisieren, fuer es Partei zu
ergreifen als Jobquelle fuer die Leut, wo die Gewerkschaft gerade nichts als die Unsi-
cherheit des Geschaefts fuer den Lebensunterhalt der Leut konstatiert hat.

Andererseits ist auch Verdi fuer den Rueckzug aus Braunkohleverstromung zu haben,
aber bitte nur allmaehlich und sozialvertraeglich. Was ist hier wieder die Alternative?
Das eingeforderte "Sozialvertraegliche" ist das Dummdreiste, dass darueber die Leute
nachwievor abhaengige Variable des Geschaefts sind, und zusehen muessen, wie sie
nach sukzessivem Jobverlust statt mit der "Brechstange" weiterhin ihre Broetchen ver-
dient kriegen.


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Originalartikel v. Verdi-Vorsitzenden F. Bsirske, aus: DGB-Zeitschrift "Einblick", Nr. 8/15:

Gewerkschaft Verdi zur deutschen Energiewende - 2015

          




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