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Stand:  Jan. 2011




Neuer Umwelt-/Lebensmittel-Skandal 2011:


D i o x i n   i n  E i e r n  u n d  F l e i s c h




Da haben findige Futtermittelhersteller billigere Industriefette statt tierischer Fette verarbeitet und die damit einhergehende erhöhte Belastung der Futtermittel  mit  dem  höchst krebs-
erregenden  Dioxin  in  den  Verkehr gebracht. Was ist der Skandal?




Kein Skandal ist der Umstand, dass der Staat mit der Festsetzung sog. Grenzwerte bei der Schadstoff-
belastung ein erlaubtes Maß an Vergiftung 
von Lebensmitteln verfügt hat - als ob die dosierte Verseu-
chung von menschlichem Futter über Jahre hinweg ein Schutzwall  gegen  die Ruinierung  der  Gesundheit wäre.  Moderne Volkserkrankungen 
wie grassierende Krebserkrankungen legen Zeugnis davon ab, dass der Staat mit seinen sog. Schutzvorschriften alles andere als ein Verhinderer von oft oder i.d.R. tödlich verlaufenden Krankheiten durch Vergiftung und Verseuchung in Lebensmitteln, Luft und Wasser ist, diese vielmehr kalkulierend in Kauf nimmt.

Wenn  ein  Übermaß 
an Schadstoffgehalt  vorliegt oder nicht lizensierte Stoffe verarbeitet  werden, dann kennt der Staat  kein Pardon  und verfolgt im lebhaften Kompetenz- und Schuldzuweisungsgerangel zwischen den verschiedenen  Instanzen und Gebietskörperschaften-nach dem Motto:wer kann hier die schlagkräftigere Kontrollhoheit für sich in Anspruch nehmen bzw. dem anderen ans Zeug flicken wegen irgendwelcher Versäumnisse in Sachen Aufsichtspflicht - die Skandalöre als Kriminelle. Womit die Lüge aufgetischt wird, bei dem Verseuchungstatbestand handele es sich um eine Ausnahmeerscheinung und die Behörden ansonsten alles im Griff hätten.

So sieht denn auch das Kontrollregime aus.

Die  Herstellung  und Verwendung von Industrie- und Tierfetten müsse streng voneinander getrennt werden - als ob der Staat nicht mit dem Gebot der Durchsetzung in der nationalen und internationalen Geschäfts-
konkurrenz, also der Minimierung der Kosten für den Gewinn, den Erfindungsreichtum der Hersteller geradezu weckt, allerlei Unbekömmliches als kostensenkendes Produktionsmittel einzusetzen.

Ein weiterer Zynismus seines Kontrollregimes ist das Vorhaben,  Hersteller und Verkäufer sollen auf den
Verpackungen die Grenzwerte oder sogar deren Überschreitung kennzeichnen. Das regt den Geschmack und die Gesundheit an, wenn man genau weiß, welchen Dreck in welcher Dosis man gerade in sich hineinfüttert.




Korrektur/Ergänzung - Jan./Febr. 2011

Das mit der Kennzeichnung der Grenzwerte auf Verpackungen war zunächst ein Vorschlag des zuständigen Ministeriums, der offenbar nicht weiterverfolgt wurde.
Allerdings ist die Einführung einer Meldepflicht bzgl. der Verwendung irgendwelcher Stoffe hinsichlich des Zynismus ähnlich gestrickt: an Vergiftung ist alles zugelassen, was der Staat für unbedenklich erklärt.*)
Also auch hier: Guten Appetit zu den behördlich abgesegneten Verseuchungsarten und den Verseuchungsgraden bei Lebensmitteln.
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*)Nach neuerer Meldung v. 3.2.2011 sollen Belastungen von Lebensmitteln und darin verwendete Stoffe sowohl "verdächtiger" als auch "unverdächtiger" Art zentral gemeldet und zusammengeführt und regelmäßig von den zuständigen Behörden überprüft werden.  


Meldung v. 20.01.2011

Ministerin Aigner läßt verlauten, dass Verbraucher mit Preissteigerungen bei Lebensmitteln rechnen müssten.
Nach dem Motto: wenn die Verbraucher statt technischer Fette teurere tierische oder pflanzliche Fette ins Tierfutter gemischt haben wollen, dann sollen Sie entsprechend draufzahlen! Und Umsatzeinbußen im Zuge der skandalträchtigen "Verunsicherung" der Lebensmittelbranche hat der Verbraucher über Verteuerungen ebenso zu zahlen.

Also dreifacher Schaden wird dem sog. Verbraucher verabreicht: erst Auftischung garantiert gesundheits-
beeinträchtigender Nahrungsmittel - und dann darf er kräftig draufzahlen für die Konsequenzen des "Diox- in-Skandals",  die die  mächtigen Wirtschaftsinteressen sich selbst zuzurechnen haben.             



Zusatz-Meldung v. 20.01.2011

Ministerin Aigner geißelt die sog. "Geiz ist geil"-Mentalität der Verbraucher. Wer mehr Qualität wolle, müsse auch mehr blechen.
Dies  ist  die  Gemeinheit, dass  die Kunden zumindest indirekt dafür verantwortlich gemacht werden, dass allerlei Dreck in Lebensmittel gelangt. Da stellt sich die Frage:
Wer bestimmt denn über die erbärmliche Kaufkraft der Massen über die Lohnfestsetzung? Wer macht es zur nationalen Leitlinie, dass die Einkommen auf breiter Front noch ganz anders  zu  sinken haben als  Mittel der Durchsetzung Deutschlands in der weltweiten Wirtschaftskonkurrenz? Kein anderer als Kapital und Staat selbst!!
Erst die Löhne niedrig halten, sodass Lebensmitterhersteller sich allerlei Unappetitliches ausdenken, um mit Niedrigeinkommen trotzdem ein Geschäft zu machen - und dann die Leute beschimpfen, sie wären selbst schuld angesichts ihrer Geizhaltung!
    


       
 (Quelle: diverse Medien im Jan. 2011)



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