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Aus Anlass der Nachrufe auf Altkanzler H. Schmidt  - Nov. 2015:



Kritik der politischen Leistungen Helmut Schmidts
statt deren Beweihraeucherung
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Laut öeffentlicher Nachrufe sei Helmut Schmidt als einer der bedeutendsten politischen Fuehrer
der Nachkriegszeit und sogar einer der beliebtesten Politiker nach seiner aktiven Laufbahn
heute zu sehen.

Natuerlich fuer Deutschland und dessen angesagten unabweisbar gehaltenen Tatendrang nach
innen und aussen damals mag das zutreffen.

Allerdings: wer nur halbwegs bei Trost ist, ein klein wenig seine Befangenheit ablegt, dem könnte
auffallen, das an Schmidt gelobt wird, wie das gewalttraechtige Interesse der Instanz, die von
daher ihre Bezeichnung hat - das Gewaltmonopol des Staates - an Deutlichkeit kaum zu ueber-
bieten von diesem Polit-Herrn verkoerpert wurde.

Die Unerbittlichkeit, mit der Schmidt die Durchsetzung der Staatsanliegen seinerzeit verfolgte,
ist mit den oeffentlich kreierten Attributen wie "politischer Macher", "Schmidt Schnauze" usw.
also von derselben Oeffentlichkeit unumwunden gewusst - und dies soll ein Qualitaetsaus-
weis des politischen Geschaefts sein?

Die, die eher negativ von dessen politischen Grossleistungen betroffen gewesen sein koenn-
ten oder als spaeter Geborene einen gescheiten Reim drauf machen koennten, sei an Folgendes
erinnert:

1.
"Der Staat laesst sich nicht erpressen" - dies war der knallharte Slogan des Altkanzlers gegen
Feinde oder Kritiker demokratischer Machtpolitik nach innen und aussen.
Die Behauptung des staatlichen Gewaltmonopols ist eben ueber jede Kritik theoretischer oder
praktischer Art erhaben. Sie geht ueber Leichen, wenn es jemand wagt, mit noch so nachvoll-
ziehbaren Einspruch gegen es in Stellung zu gehen. Dies ist keine Rechtfertigung einer Sorte
"politischen Widerstands", die ueber dem Staat lauter verkehrte Gruende fuer sein macht-
volles Eintreten in Sachen gelungener Ausbeutung der Massen und wirtschaftlicher wie welt-
politischer Dominanz verbreitet, wenn dieser seinem Wirken "ungerechte Gewalt" ablauscht
und so in eine Konkurrenz in Sachen Gewaltausuebung mit dem Staat eintritt.
Es ist v.a. eine Kritik ans politische Gemeinwesen, das fuer Kritik diese einzige Messlatte ueb-
rig hat: die unbedingte Beugung unter dessen Monopolgewalt - deren gnadenlose Geltendma-
chung gegen alles Abweichende von der politischen Agenda dem Staat "Argument" genug ist.

Denn:
2.
Auch der Rest der Linken blieb von der Hatz des Staates nicht verschont. Die Politik und
Praxis der  B e r u f s v e r b o t e  belegt, wer nicht vorbehaltlos in seinem Gesamtver-
halten fuer mich ist, der hat keinen Lebenserwerb verdient. Die Zerstoerung der materiel-
len Existenz ist also im Programm des Staates allemal enthalten, wenn er auf politisch zuver-
laessige Buerger v.a. in seine Diensten Wert legt, moegen die Lehrer oder andere Bediens-
tete noch so sehr ihren Pflichten von Beruf wegen nachgehen, aber per geheimdienstlicher
Schnueffelei privat auffallen, so sie politisch gegen die staatlichen Sauereien organisiert agi-
tieren.

3.
Mit dem Raketennachruestungsbeschluss" in den 80er Jahren hat der Macher Schmidt ganz
wesentlich das Vorantreiben der Ost-West-Konfrontation mitgetragen. Er hat Deutschland
zusammen mit den Amis als moegliches Schlachtfeld gegen die damalige Sowjetunion und
ihren Block hochgeruestet. Das soll man ihm auch noch nachtraeglich danken, welche mit-
entscheidende Rolle der Herr beim Voranbringen der weltkriegstraechtigen Konfrontation mit
der SU gespielt hat, leidend zwar an dem Umstand, dass im Falle eines atomaren Schlagab-
tausches vom dt. Herrschaftsbereich nichts mehr uebrig bleiben koennte, desto unerbittlicher 
aufs militaerische Abschreckungspotential erpicht, aber im Falle eines Falles kein Trauerkloss im
Angesicht von Millionen Strahlen- und anderen Todesopfern.





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