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Aus Anlass  des Anschlags in Münster - 7.3.18:

Die Unangreifbarkeit des staatlichen Gewaltmonopols als erste Sorge
des bürgerlichen Politikerpacks angesichts neuerlichen Anschlags und
als Zutat die übliche Heuchelei der Beileidsbekundung für die angefal-
lenen Anschlagsopfer

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Wieder mal ein Anschlag - und für einen Tag oder gleich mehrere Tage rückt die Thematisierung
des staatlichen Gewaltmonopols, nämlich dessen Unangreifbarkeit, an die erste Stelle und drängt
anderes politischen Geschehen einstweilen in den Hintergrund.

Dass deshalb die Empörung über den "feigen Anschlag" nichts als dummdreiste Heuchelei der Po-
litikergarde ist, will kaum jemandem auffallen. Der nordrhein-westf. Oberhäuptling bestätigt die
Hauptsache, dass mit den angefallenen Opfern eigentlich die Unanfechtbarkeit der staatlichen
Gewalt mal wieder einen Kratzer abbekommen hat, in Form eines Dementis: seine Opferbetreuungs-
beauftragte wird umgehend losgeschickt, weil sonst könnte wieder der Eindruck entstehen, die
Täter stünden obenan in der Aufmerksamkeitsskala.

Bei Terrorverdacht liegt sofort auf der Hand, dass hier illegitime Gewalt am Werk ist, gegen die
die überlegene Gewalt der bürgerlichen Hoheit unerbittlich geltend zu machen wäre. Dass als
terroristische Täter Eingestufte irgendwas mit der Involvierung der deutschen Staatsmacht in
den Ruin der Lebensverhältnisse in anderen Erdregionen zu schaffen haben könnte - was 
islamistische Kämpfer und andere abkupfernd von den imperialistischen Weltaufpassern diesen als
"ungerechte" Gewalt heimzuzahlen gedenken - rückt in Politik und demokratischer Öffentlichkeit
nicht im Entferntesten in den Fokus.

In Münster soll dieses Mal ein "psychisch Labiler" ausgerastet sein. Sieh mal an: welche staatlichen
und kapitalistischen Zwänge müssen Untertanen aushalten, dass der eine oder andere an einem
Punkt der Unaushaltbarkeit derselben in der Weise ausflippt, dass er mit einem Gefährt in Men-
schenansammlungen reinrast: praktizierter Fanatismus sich eingeredeter gerechter Gewalt gegen
erfahrene "Ungerechtigkeiten", vollzogen als Vergeltungsakt, der sich in Beliebigkeit seine Adres-
saten bzw. selbst solche als Ziel seines Rachefeldzugs sucht, die in keinerlei praktischen Bezug
zu Lebensumständen des Amok Laufenden stehen, weil nach der Logik der erlitteten Unbill, in mora-
lischer Verklärung auch Wildfremde in die Gemeinde der Mitschuldigen für sein ungerechtes
Schicksal eingereiht werden. Eben weit davon entfernt, sich erstens auf einen wirklichen materiellen
Schaden zu beziehen (der reklamierte Schaden liegt im Höheren, wie es Gerechtigkeitsfanatiker
sich zu eigen machen) und zweitens sich Rechenschaft abzulegen über reelle Urheber desselben
(gemeinhin: Staat und Kapital) - aber seitens der Politik herrscht nicht weniger Gleichgültigkeit,
was o.g. Ausrasterei mit ihrem kapitalistischen Zwangsladen BRD zu tun hat und wie die durch
die bürgerlichen Instanzen den Untertanen anerzogene Moralität sich eben in zerstörerischer
Weise Bahn bricht.


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