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Aus Anlass  des Amoklaufs in Muenchen - 22.7.16



Amoklauf in Muechen:
1.
Merkel lobt die generalstabsmaeßige Notstandsabwicklung und
das Parieren des Volkes unter dem staatlichen Kommando der
"Gefahrenabwehr"
2.
Die Linke sattelt drauf auf die nationale Sicherheitsideologie
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Seitens der Sicherheitsbehoerden wurde zunaechst herumgeraetzelt, ob vor dem Einkaufszentrum
in Muenchen sich ein Terroranschlag oder Amoklauf abspielt bzw. abgespielt habe. Nach sicherheits-
politischer Logik und Perfektion werden alle moeglichen Anschlagstypen in Rechnung gestellt -
zumal es von der polizeilichen Vorgehensweise her wohl kaum einen Unterschied ausmacht. Denn:
die Aufsichtsorgane demonstrieren gekonnt, zu welch gewaltmonopolistischen Auf- und Durch-
marsch demokratische Staaten in der Lage sind, wenn es gilt, nicht-legitimierte Gewalttaten un-
schaedlich zu machen bzw. zu verfolgen: ueber so gut wie eine ganze Großstadt wird der polizei-
liche Sicherheitsnotstand ausgerufen, das ganze oeffentliche Leben lahmgelegt, um stadtweit die
Wege freizukriegen fuer die bewaffnete Hatz gegen den oder die Taeter; großflaechig Strassen-
sperren verfuegt und der oeffentliche Verkehr stillgelegt, um den Tatverdaechtigen keinerlei
Fluchtchancen zu lassen.

Zur Begruendung des Großaufgebots staatlicher Gewalthaberschaft wird ein ums andere Mal die
Luege aufgetischt, es ginge um die Sicherheit der Buerger, was man daran sieht, dass die staat-
lichen Sicherheitsbehoerden einschreiten, wenn schon laengst etliche Opfer zu verzeichnen sind.
Deswegen: das Einschreiten der Polizeiorgane gilt einzig der Infragestellung der unumschraenkt
geltenden Gewaltbefugnis des Staates; deswegen heißt es schliesslich Gewaltmonopol.

Eigentuemlich war die von Kanzlerin kundgetanene Nationalmoral im Kontext des Muenchener
Vorfalls, was diese Oberstaatsvorsteherin der Notstandsuebung abgelauscht hat: die "zwischen-
menschliche" Solidaritaet sei bezeichnend gewesen und weise dies als Staerke deutscher
Nation aus: die Sicherheitsorgane schraenken alle Bewegungsfreiheit der Leute ein, muessen
irgendwie das Weite suchen, um nicht ins potentielle Schussfeld bei der polizeilichen Verfolgungs-
jagd zu geraten; wie hoerig dem Gebot der Unterordnung unter die polizeilichen Anordnungen
nachgekommen wurde, wird den Untertanen als verlaessliche nationale Charakterstaerke ange-
heftet, die der Staat demnaechst noch in ganz anders dimensionierten nationalen Notstaenden,
staatlicher "Gefahrenabwehr" ebenso zuverlaessig abrufen koennen duerfte.
 
Das Lob auf die  generalstabsmaeßige Abwicklung des nationelen Gefahrenherdes verbindet die
Kanzlerin,wie ueblich in solchen schweren Stunden der Nation,mit einem Gruss an die"professionelle"
Durchfuehrung des Polizeieinsatzes.

Und die parlamentarische  D i e  L i n k e  scheint beizeiten anzukommen beim demokratischen
Staatsmachertum: statt Aufruestung der anruechigen Geheimdienste plaediert die Vorzeigelinke
Wagenknecht fuer diejenige der Polizei (Heute-Sendung im ZDF v. 23.7.16) - selbstverstaendlich
fuer die Sicherheit von uns allen - kontrafaktisch dazu, dass die Buerger immerzu als Betroffene
der Politik eingeplant sind, die es von von sich weist, dass die Ausrastung einzelner vielleicht
damit zu tun haben koennte, welchen verheerenden Reim sich Amoklaeufer darauf machen,
wenn sie die Pflichten konkurrenzlerisch organisierter Lebensumstaende so verdrehen, dass
ihnen ein hoeheres Recht auf Anerkennung verwehrt wuerde, was sie moerderisch gegen andere
wenden, und in anschließender Selbsttoetung auch noch die Eigenbezichtigung des selbstversagen-
den Genuegens in Sachen Anerkennungswahn so vollstrecken - oder, wie sich nachtraeglich erst
herausgestellt hat, insofern die Tat einen rechtsextremen Hintergrund gehabt haben soll, wie
Einheimische die anerzogene Auslaenderfeindschaft so wenden, dass sie die Unvertraeglichkeit
der nationalen Heimstatt mit der Anwesenheit von Angehoerigen fremder Nationen handgreiflich-
toedlich erledigen.

Angesichts der immerzu praesenten Ausbrueche privater Gewalt faellt dem Staat wieder mal der
praktische Zirkel ein,  s e i n e   Gewaltmittel dagegen zu schaerfen. Illegale Waffenbeschaffung
soll erschwert werden - als ob das Schwerermachen der Besorgung des Instruments einer Tat ge-
eignet waere, die Gruende, die dieser vorausgehen, irgendwas anzuhaben. - Und es lebt die
psychologische Deutungskunst, Spekuliererei auf, sein Umfeld danach zu besichtigen, ob es
irgendwelche "Anzeichen" fuer Uebergaenge zu Gewaltakten gaebe - dem Denunziantentum aufgrund
beliebigen Hineinlesens in behauptete oder tatsaechliche "Auffaelligkeiten" von jemandem ist Tuer
und Tor geoeffnet.



2016
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