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Anlässlich der Vergiftung eines Doppelagenten in GB – März 2018ff.

Wie eine Britische Herrscherin mit der bornierten Logik
des Ver
dachts sich feindlich in Stellung bringt gegen Russland

Da wird ein russischer Agent, den es auf die britische Seite für deren Spionagedienste verschlug, mit
einem Nervengift angegriffen aufgefunden. Sofort bauscht sich die oberste britische Staatsmacherin
als taffere nationale Heldengestalt gegen einen Anschlag auf das Allerheiligste, auf Great Britain und
seine nationale Interessen auf, hängt an dem Vergiftungsvorfall gleich eine ganze auswärtige Staats-
affäre dran mit feindlich gesonnener Stoßrichtung gegen Russland. Dieser feinen Dame ist nämlich die
Technik der Schuldzuweisung in den Staatsbeziehungen sonnenklar, insofern sie selber in nichts
anderem eingehaust ist als in der Logik dessen, wie Staaten offiziell, aber in diesem Fall v.a. inoffiziell,
über ihre Geheimdienste, sich an der Austragung ihrer Gegensätze zu schaffen machen, die notwendig
in die Welt kommen, wenn verschiedene Hoheiten Zugriff auf die jeweils andere zu kriegen gedenken:
weil man dem offiziell kundgetanenen Staatswillen des anderen nicht über den Weg traut, was der
letztlich gegen die eigene Nation im Schilde führt, gibt es diese Kanäle der geheimen Auskundschaftung;
auch in der Absicht, sich durch Einblicke in Staats- und Wirtschaftspraxis der gegnerischen Nation
Vorteile zu verschaffen, die auf regulärem Wege von Diplomatie und zwischenstaatlichem Vereinba-
rungswesen nicht zu erlangen sind.

Der Geist der britischen Aufregerei gebiert einiges an Borniertheit, die gekennzeichnet werden soll,
aber staatspraktisch irrelevant ist, weil es um Ermittlung von Wahrheitsehalten im Politikgeschäft
ohnehin nicht geht: Weil der Mann ein Überläufer von russischer zu britischer Seite hin war, kann
ohne einzigen Beleges nur der Schluss naheliegen, dass hier russischer Auftragsmord vorliegen müsse;
wegen Verrats an Russland und möglicher nationaler Schäden für es könne nur Russland dahinterstecken.
Dass es auch die andere Variante gibt, den Schadensfall nationalintern so bearbeitet wird, das man
entsprechende Vorkehrungen trifft, dass GB in diesem Fall wenig bis keinen Nutzen erlangt, die
Möglichkeiten von Störmanövern gegen russische Nationalbelange versucht einzugrenzen, sich
‚revanchiert‘ mit Intensivierung/Ausweitung von gegen GB gerichtete geheimdienstliche Aktivitäten,
dieser Normalfall der Reaktion auf das Auffliegen geheimdienstlicher Affären, dürfte auch der Vor-
steherin von GB geläufig sein, gesteht sie den Russen von vornherein nicht zu.

Denn ihr Verdacht wird geradezu erhärtet durch die Herkunft des Giftgemisches: aus den Arsenalen
der längst verflossenen SU soll es stammen. Da drängt sich der Gleichklang von russischem Überläufer,
russifiziertem Gift und dem dahinterstehenden Ausführer des Anschlages bzw. Auftraggeber so sicher
wie das Amen in der Kirche auf. Zwar für sich jeder sachlichen Logik entbehrend, aber die britische
Polit-Seele schafft es: russischer Verräter und sowjetisches Gift führen schnurstracks zur Handschrift
Putins hinter dem Anschlag.

Dass kriegt die britische Nationalheldin im Primierministerinamt auch noch hin: in verschwörungs-
theoretischer Logik den russischen Präsidenten gleich direkt als Auftraggeber des Mordversuchs
hinzustellen – und mit der Weiterung, aus dem Anschlag auch noch einen verbotenen Chemie-
waffenangriff auf britische Souveränität zu verfertigen, demonstriert die Lady, wie sie bereit ist,
das Ganze als kriegsähnliche Aktion aufzubauschen und sich entsprechend feindlich gegenüber
den Russenstaat in Stellung zu bringen. So einsinnig brutal kriegen es nur Gewaltmonopolisten hin:
mit einer abenteuerlichen Kette von Indizien einen mörderischen Anschlag auf als brititischen
Staatsbürger reklamierten Doppelagenten auf sich als britisches Staatswesen zu beziehen, das
die ganze EU dafür zu instrumentalisieren sucht, nach dem Fall Ukraine die Konfrontation zum
Putinstaat voranzutreiben und mit der Ausweisung von russischen Diplomaten Russland ein Stück weit
die diplomatische Anerkennung zu versagen.

Nachtrag 1
ZDF-/ARD-Teletext v. 26.3.18
Auch andere EU-Staaten einschl. Deutschland weisen russische Diplomaten aus mit der Begründung,
dass Russland "mit hoher Wahrscheinlichkeit" Verantwortung für Anschlag trage und nichts zur
Aufklärung beitrage.


Auch für die betreffenden EU-Staaten ist längst klar, dass nur Russland hinter dem Anschlag stecke
könne.
Sie spielen sich als Ankläger und Richter in einem auf - und sind doch tatsächlich so konziliant, den
Russen die Souveränität noch zuzusprechen, irgendwelche Untersuchungen selber anzuleiern, die
die EU-Imperialisten am liebsten jenseits der russischen Grenzen mit eigenen Aufklärungskomman-
dos anstellen würden, wenn man sie ließe, wobei sowieso rauskommen würde, was für den europ.
Imperialistenverein längst feststeht, dass der Putinstaat der Drahtzieher des von den Briten so re-
klamierten Angriffs auf allerheiligste nationale und internationale Rechtsgüter sei.

Nachtrag 2
ZDF-Teletext v. 4.4.18
London beharrte bei einer Sondersitzung des Exekutivrates der Organisation für ein Verbot der
Chemiewaffen (OPCW) auf einer Beteiligung Moskaus an der Attacke auf den Doppelagenten und
seine Tochter. Russlands Vorschlag für gemeinsame Ermittlungen sei "pervers".

Kann man deutlicher machen, dass, weil Russland für die Briten und die westlichen Mitimperialisten
als weltpolitischer Bösewicht feststeht, sich die Briten anmaßen, dass deswegen nur Russland mit
seinem Vorsteher Putin für den Anschlag verantwortlich sein könne; irgendwelche Untersuchun-
gen noch so 'neutraler' Organisationen werden für nachgeschobene Belege benutzt für das längst
feststehende Unrechtsurteil über die Russen. "Gemeinsame Untersuchungen" mit Moskau? Ach wo:
Wir Briten mit unseren Verbündeten USA und EU-Staaten im Rücken sind die einzig befugten Richter
über Moskau und Vollstrecker von jeglichen 'Beweisen' sich freimachendem Unrechtsurteil über den
Putin-Staat!







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